Wespen

Wespen, Hornissen und Co.


So gelingt ein entspanntes Miteinander

Im Sommer summt und brummt es wieder in Gärten, auf Balkonen und Terrassen. Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen sind jetzt besonders aktiv – und nicht immer gern gesehene Gäste. Vor allem beim Essen im Freien können Wespen schnell lästig werden.

Grund zur Panik besteht jedoch nicht: Wer einige einfache Regeln beachtet, kann Konflikte vermeiden und gleichzeitig die nützlichen Insekten schützen.

Wertvolle Helfer in der Natur

Wespen, Hornissen, Bienen und Hummeln übernehmen wichtige Aufgaben im Ökosystem. Bienen und Hummeln bestäuben zahlreiche Wild- und Nutzpflanzen. Wespen und Hornissen erbeuten unter anderem Fliegen, Mücken, Raupen und andere Insekten und tragen dadurch zum natürlichen Gleichgewicht im Garten bei.

In Deutschland gibt es mehrere Hundert Wespenarten. Am gedeckten Tisch fallen jedoch hauptsächlich zwei Arten auf: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie interessieren sich insbesondere im Spätsommer für süße Speisen, Getränke, Fleisch und Wurst. Die meisten anderen Wespenarten halten Abstand zum Menschen.

Auch Hornissen sind weniger gefährlich als ihr Ruf. Sie gehören zu den Wespen, ernähren sich überwiegend von anderen Insekten und verhalten sich außerhalb ihres Nestbereichs meist friedlich.

Ruhig bleiben und nicht nach den Tieren schlagen

Auch wenn es manchmal schwerfällt: Befindet sich eine Wespe in der Nähe, sollten Sie möglichst ruhig bleiben. Hektische Bewegungen und das Schlagen nach dem Tier können als Bedrohung wahrgenommen werden.

Wespen stechen normalerweise nur, wenn sie sich selbst oder ihr Nest bedroht fühlen. Pusten Sie die Tiere ebenfalls nicht an. Das Kohlendioxid in der Atemluft kann von Wespen als Alarmsignal wahrgenommen werden.

So verhalten Sie sich richtig:

  • Bewahren Sie Ruhe und vermeiden Sie hektische Bewegungen.
  • Schlagen Sie nicht nach Wespen und versuchen Sie nicht, sie wegzupusten.
  • Decken Sie Speisen und Getränke im Freien ab.
  • Wischen Sie Kindern nach dem Essen Hände und Mund ab.
  • Pusten Sie die Tiere nicht an.
  • Trinken Sie nicht direkt aus undurchsichtigen Flaschen oder Getränkedosen. 
  • Verwenden Sie im Freien möglichst Trinkhalme.
  • Kontrollieren Sie Speisen und Getränke vor dem Verzehr.
  • Räumen Sie Essensreste und Fallobst zeitnah weg.
  • Halten Sie Mülleimer geschlossen.

Eine einzelne Wespe lässt sich häufig vorsichtig mit einem Glas und einem Stück Papier einfangen und draußen wieder freilassen.

Woran lassen sich Wespe, Biene und Hornisse unterscheiden?

Wespen besitzen eine deutlich erkennbare „Wespentaille“ und eine glatte, auffällig schwarz-gelb gezeichnete Körperoberfläche. Bienen wirken meist bräunlicher, rundlicher und stärker behaart. Hummeln sind kräftiger gebaut und ebenfalls dicht behaart.

Die Europäische Hornisse ist wesentlich größer als die bekannten Wespenarten. Sie besitzt eine gelb-schwarze Zeichnung sowie deutlich rötlich-braune Bereiche an Kopf, Brust und Beinen. Trotz ihrer Größe ist sie normalerweise nicht angriffslustig.

Honigbienen verlieren ihren Stachel in der Regel nach einem Stich. Wespen und Hornissen können hingegen mehrfach stechen.

Pflanzen, die Wespen auf Abstand halten können

Lavendel

👉 Unser Praxis-Tipp: Duftende Kräuter und Pflanzen können dazu beitragen, Wespen auf natürliche Weise auf Abstand zu halten. Lavendel, Minze, Zitronenmelisse oder Basilikum verschönern zugleich Terrasse und Balkon und bereichern vielfach auch die heimische Küche.

Positiver Nebeneffekt: Viele dieser Kräuter bereichern nicht nur die Küche, sondern ihre Blüten liefern auch Bienen, Hummeln und anderen nützlichen Insekten wertvolle Nahrung.

Unser Team im Gartencenter berät Sie gerne bei der Auswahl geeigneter Kräuter und Pflanzen für Ihren Lieblingsplatz im Freien.

Abstand zu Nestern halten

In unmittelbarer Nähe ihres Nestes reagieren Wespen und Hornissen deutlich empfindlicher. Halten Sie deshalb ausreichend Abstand – möglichst mindestens zwei bis drei Meter – und vermeiden Sie Erschütterungen, hektische Bewegungen oder das Versperren der Einflugschneise.

Ein Nest darf keinesfalls eigenständig verschlossen, beschädigt, ausgeräuchert oder mit Wasser beziehungsweise Insektenspray behandelt werden. Eine unsachgemäße Bekämpfung kann gefährlich sein und gegen artenschutzrechtliche Vorschriften verstoßen.

Befindet sich ein Nest an einer problematischen Stelle, beispielsweise:

  • unmittelbar an der Haustür, • in einem Rollladenkasten,
  • an einem häufig genutzten Sitzplatz,
  • in der Nähe eines Kinderzimmers oder Spielbereichs oder
  • an einem Ort, an dem Allergiker besonders gefährdet sind,

sollten Sie sich an die zuständige Naturschutzbehörde, eine Fachberatung oder einen qualifizierten Schädlingsbekämpfungsbetrieb wenden. Häufig kann das Nest bis zum natürlichen Ende des Wespenjahres verbleiben. Falls das nicht möglich ist, prüfen Fachleute, ob eine Umsiedlung infrage kommt.

Verlassene Wespennester werden normalerweise nicht erneut bezogen. Der Wespenstaat stirbt je nach Art im Spätsommer oder Herbst ab. Lediglich die begatteten Jungköniginnen überwintern an geschützten Orten und gründen im folgenden Frühjahr ein neues Volk.

Hornissen und Wildbienen stehen unter besonderem Schutz

Die heimische Europäische Hornisse sowie sämtliche heimischen Wildbienenarten sind besonders geschützt. Ihre Nester dürfen nicht ohne Weiteres entfernt oder zerstört werden. Aber auch bei anderen Wespenarten ist eine Bekämpfung nur dann zulässig, wenn dafür ein nachvollziehbarer Grund besteht.

Lassen Sie deshalb zunächst bestimmen, um welche Art es sich handelt. Fachleute oder die zuständige Naturschutzbehörde können die Situation beurteilen und das weitere Vorgehen empfehlen.

Asiatische Hornisse

Neben der heimischen Europäischen Hornisse breitet sich in Nordrhein-Westfalen die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina) aus. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und jagt verschiedene Fluginsekten – darunter auch Honigbienen.

Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse. Typische Erkennungsmerkmale sind:

  • ein überwiegend schwarzer Brustbereich,
  • ein größtenteils dunkler Hinterleib mit auffälliger gelb-orangefarbener Binde,
  • gelbe Beinenden und • eine orangefarbene Vorderseite des Kopfes.

Die heimische Europäische Hornisse wirkt dagegen insgesamt gelber und besitzt deutlich rötlich-braune Bereiche.

Einzelne Tiere sind außerhalb des Nestbereichs normalerweise nicht aggressiver als heimische Hornissen. Ein Nest sollten Sie jedoch keinesfalls selbst untersuchen oder entfernen. Halten Sie Abstand, fertigen Sie – wenn gefahrlos möglich – ein Foto aus sicherer Entfernung an und melden Sie die Beobachtung über das Neobiota-Portal des Landes Nordrhein-Westfalen oder an die zuständige untere Naturschutzbehörde. Auf eigene Fangversuche und Lockstofffallen sollte verzichtet werden, da dadurch zahlreiche andere, teils geschützte Insekten getötet werden können. Weitere Informationen bietet das LANUK Nordrhein-Westfalen.

Insektenschutz für Fenster und Türen

Damit Wespen, Mücken und andere Insekten gar nicht erst in Haus oder Wohnung gelangen, sind Fliegengitter eine praktische und tierfreundliche Lösung. Je nach Einsatzbereich stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung:

  • zuschneidbare Insektenschutznetze für Fenster,
  • stabile Spannrahmen mit Fiberglasgewebe,
  • Insektenschutzrollos,
  • Dreh- oder Schieberahmen für Balkon- und Terrassentüren,
  • besonders robuste Gewebe für Haushalte mit Hund oder Katze sowie
  • spezielle Funktionsgewebe, die zusätzlich Pollen zurückhalten können.

Achten Sie darauf, dass das Gewebe dicht am Rahmen anliegt und keine größeren Lücken entstehen.

Was ist nach einem Stich zu tun?

Ein Wespen- oder Hornissenstich ist schmerzhaft, für Menschen ohne Allergie jedoch meist nicht gefährlich. Kühlen Sie die betroffene Stelle und beobachten Sie die Reaktion.

Besondere Vorsicht gilt bei bekannten Insektengiftallergien. Betroffene sollten ihr ärztlich verordnetes Notfallset stets griffbereit haben und ihr Umfeld über dessen Anwendung informieren.

Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, starken Schwellungen, Bewusstseinsstörungen oder einem Stich in Mund beziehungsweise Rachen muss sofort der Notruf 112 verständigt werden. Bis Hilfe eintrifft, können Eiswürfel gelutscht und der Hals von außen gekühlt werden.

Wespen, Hornissen, Bienen und Hummeln sind keine grundsätzliche Gefahr, sondern ein wichtiger Bestandteil unserer Natur. Mit Ruhe, etwas Abstand und einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich der Sommer meist problemlos gemeinsam verbringen. Bei einem Nest in Hausnähe oder beim Verdacht auf eine Asiatische Hornisse gilt: nicht selbst eingreifen, sondern fachkundigen Rat einholen.